Regionalverkehr für Westsachsen

Regionalverkehr – Starke Verbindungen für die Regionen

Der Regionalverkehr mit seinen dichten Taktungen und verknüpften Liniennetz könnte ein gutes Rückgrat im Schienenverkehrs Westsachsens darstellen, so verfügt die Region Westsachsen über eines der dichtesten Schienennetze in Deutschland. Leider wird das Potenzial dieses Streckennetzes nicht ausgeschöpft. Häufig enden die wenigen betrieben Linien an der Landesgrenze oder in der nächst größeren Stadt, sodass es nur wenige Direktverbindungen innerhalb der sächsischen und angrenzenden Regionen gibt. So verfügt die 247.000 Einwohner zählende Großstadt Chemnitz mit den Linien Chemnitz – Elsterwerda und Dresden – Chemnitz – Hof (Bayern) lediglich über nur zwei Linien welche die Landesgrenzen bis zur nächsten Stadt verlassen. Selbst benachbarte Regionen wie Ostthüringen, mit den Städten Gera und Jena sind aus Chemnitz nicht direkt per Bahn erreichbar, hier ist ein Umsteigen mit den damit verbundenen Abhängigkeiten in Glauchau notwendig.

Trotz der schlechten Anbindung über die Region hinaus, bilden die drei Städte Plauen, Zwickau und Chemnitz eine Funktion als Bahnknoten, leider eben nur auf „Kreisklasse“. So verfügen alle drei Städte über verschiedene Regionalbahnverbindungen ins nahe gelegene Umland sowie in die beiden dicht besiedelten Regionen Erzgebirge und Vogtland. Nicht umsonst ist die Erzgebirgsbahn mit Ihren dichten Streckennetz und angemessener Taktung ein Bundesweites Beispiel erfolgreicher Bahnpolitik. An diesen Erfolg kann durch eine massive Erweiterung des Angebotes ab Chemnitz, Zwickau und Plauen angeknüpft werden, vorausgesetzt die Bahnknoten werden besser an überregional angrenzende Städte und Regionen angebunden.

Regionalverkehr – Daseinsvorsorge für die Region

Die häufigsten Wege finden innerhalb der Region statt, ob zum Einkaufen oder zum Theaterbesuch in die nächste Großstadt, zum Arbeitsplatz in die nächste Gemeinde oder zwei Haltestellen weiter um seine Freunde zu besuchen. Mobilität vor der eigenen Haustür darf nicht am letzten Kilometer scheitern. Doch meist kommt man mit der Bahn schneller von Hamburg nach Berlin, als von zuhause ins Nachbardorf – sofern überhaupt eine Bahnverbindung vorhanden ist. Die letzten Kilometer eines Weges sind entscheidend, das gilt für das Auto – besonders bei der Parkplatzsuche – aber auch für die Bahnverbindung. So bringt der schnellste ICE keine Vorteile, wenn man ihn nicht erreichen kann, oder für die Anreise auf wenige langsame Verbindungen angewiesen ist. Die vielen Wege unseres Alltags, machen eine effiziente Zeitplanung der täglichen Strecken unentbehrlich. Weshalb jeder genau abwägen muss, wie viele Ressourcen er in Form von Zeit und Geld dafür aufbringen muss und was sich für einen selbst am effektivsten herausstellt. Auch die Flexibilität, spielt eine große Rolle, so ist es sehr riskant eine Stunde am Bahnhof zu verbringen, nur weil es an der Supermarktkasse länger gedauert hat, oder sich das wichtige Geschäftsmeeting etwas verschoben hat. Wer sich dieser Abhängigkeiten bewusst ist, versteht die Notwenigkeit einer guten Regionalverbindung. Schon bei der Wahl des Wohnorts ist die Erreichbarkeit bestimmter Orte wie Supermarkt, Arbeitsplatz oder Schule entscheidend. Um so „zentraler“ oder besser angebundener der potenzielle Wohnort erscheint desto flexibler kann auch auf verschiedenste persönliche Lebenssituationen, wie Jobwechsel, Nachwuchs oder die familiäre Situationen reagiert werden. Ein Vorteil welches die Städte mit ihrem bereiten Angebot an Arbeits- und Betreuungsmöglichkeiten voll ausschöpfen können.

Ganz praktisch geht es bei diesen Faktoren um die persönliche Weitsicht und Vorsorge. Abgehängte und unerreichbare Regionen, haben dabei das große Nachsehen und geraten durch Abwanderung oder einer hohen Überalterung in eine gefährliche Schieflage. So steht meist nur das kostenintensive Auto als Mobilitätsmittel zur Verfügung. Unternehmen im ländlichen Raum finden deshalb nur schwer, junge kreative Fachkräfte welche noch nicht in die nächstgelegene Städte abwandert sind. So leidet nach und nach auch die Wirtschaft, der Handel und dadurch auch die gesamte Attraktivität einer sonst lebenswerten Region.

Die vor Ort verwurzelte Bevölkerung schwindet und örtliche Strukturen werden ausgedünnt. Schnell mangelt es an kulturellen Angeboten, angefangen beim Gasthaus und endend bei der Freiwilligen Feuerwehr welche keine Mitglieder mehr findet. Kultur und Gesellschaft finden nur noch in den nächst größeren Ortschaften statt, welcher häufig durch mangelnde Bahnverbindungen schon tagsüber kaum erreichbar ist.

Regionalverkehr bedeutet Chancengleichheit und Daseinsvorsorge. So trifft ein schlechter Regionalverkehr besonders die Gruppen unserer Gesellschaft die uns das HEUTE aufgebaut haben und diejenigen die morgen unsere Zukunft gestalten werden. Beide Generationen, die junge und die alte Generation, haben selten die Möglichkeit auf andere Verkehrsmittel wie das Auto umzusteigen, müssen aber trotzdem den Weg zur Schule oder zum Arzt auf sich nehmen. Jeder sollte nach wie vor das Recht haben schnell, sicher und bequem zur nächsten Schule, Freizeit- oder Versorgungseinrichtung zu gelangen. Dies ermöglicht nur ein abgestimmter und flächendeckender Regionalverkehr.

Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Wer die Region Westsachsen kennt, weis das Westsachsen aus zahlreichen größeren und kleineren Städten und Gemeinden besteht und dicht besiedelt ist. Diese miteinander gut zu vernetzen ist ein wichtiger Standortfaktor – welcher schon beim Regionalverkehr anfängt. Ein gutes Bahnangebot und eine dichte Taktung zwischen den einzelnen Gemeinden und Städten, wird zu einer hohen Steigerung der Lebensqualität und zu einer Stärkung des Wirtschaftsstandortes führen. Notwendig hierbei sind dichte Taktungen, gut verknüpfte Anschlüsse der einzelnen Verkehrsträger und ein flächendeckendes Angebot. Das „Chemnitzer Modell“ ist hierfür ein guter Ausgangspunkt und sollte als Vorbild der gesamten Region dienen. Deshalb hat die Bahninitiative Chemnitz das Bahnnetz der Region „weiter gedacht“ und das Zielnetz Westsachsen erstellt.

Die Verbindungen (Regionalbahn) im Überblick

  • Chemnitz – Elsterwerda – Berlin | 2 h Taktung | beschleunigter Regionalverkehr | Umsetzung sofort möglich
  • Chemnitz – Mittweida – Elsterwerda | 1 h Taktung | Regionalverkehr | bereits im Einsatz
  • Chemnitz – Erfurt (- Göttingen) | 2 h Taktung | beschleunigter Regionalverkehr | Umsetzung sofort möglich
  • Chemnitz – Gera | 2 h Taktung | Regionalverkehr | Umsetzung sofort möglich
  • Chemnitz – Leipzig | 1 h Taktung | beschleunigter Regionalverkehr | bereits im Einsatz
  • Chemnitz – Leipzig – Flughafen Leipzig |1 h Taktung | beschleunigter Regionalverkehr | Batterie-Triebzüge
  • Chemnitz – Narsdorf – Rochlitz | 1 h Taktung | Reaktivierung erforderlich
  • Dresden – Chemnitz – Nürnberg | 2 h Taktung | beschleunigter Regionalverkehr | Elektrifizierung Sachsen-Franken-Magistrale
  • Dresden – Chemnitz – Hof | 2 h Taktung | beschleunigter Regionalverkehr | bereits im Einsatz
  • Dresden – Chemnitz – Zwickau | 1 h Taktung |  Regionalverkehr | bereits im Einsatz
  • Chemnitz – Cranzahl – Chomutov | 1 h Taktung | Regionalverkehr | sofort möglich
  • Chemnitz – Annaberg | 1 h Taktung | Chemnitz-Bahn | Ausbau erforderlich
  • Chemnitz – Marienberg | 1 h Taktung | Regionalverkehr | sofort möglich
  • Chemnitz – Olbernhau | 1 h Taktung | Regionalverkehr | bereits im Einsatz
  • Chemnitz – Olbernhau | 1 h Taktung | Chemnitz-Bahn | Ausbau erforderlich
  • Chemnitz – Aue | 1 h Taktung | Chemnitz-Bahn | Ausbau erforderlich
  • Chemnitz – Aue | 1 h Taktung | Regionalverkehr | bereits im Einsatz
  • Zwickau – Aue | 1 h Taktung | Regionalverkehr | bereits im Einsatz
  • Chemnitz – Limbach-Oberfrohna | 1 h Taktung | Chemnitz-Bahn | Reaktivierung

*Neue Verbindungen / abgeänderte Verbindungen

Maßnahemen zum Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Verlängerung: Chemnitz - Elsterwerda - BER - Berlin

Chemnitz – Elsterwerda – BER – Berlin

Eine direkte Verbindung in die Hauptstadt, würde die Region Westsachsen nicht nur an die größte Wirtschaftsregion Ost-Deutschlands anbinden, sondern auch eine direkte Anbindung an das internationale Luftverkehrsdrehkreuz BER bilden. So entsteht auch für internationale Verbindungen eine bequeme und schnelle Erreichbarkeit der Region Westsachsen.

Die aktuelle Situation

Derzeit verkehrt die RB 45 von Chemnitz bis nach Elsterwerda, von dort gibt es Anschluss an den RE 5 welcher aus Berlin kommend in Elsterwerda endet. Beide Streckenabschnitte sind zweigleisig ausgebaut und komplett elektrifiziert.

Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Der RB 45 wird durch einen im Zwei-Stundentakt verkehrenden schnelleren Regionalexpress ergänzt, welcher direkt bis nach Berlin HBF verkehrt.

Streckenverlauf

Chemnitz HBF – Mittweida – Döbeln HBF – Riesa – Elsterwerda – Doberlug-Kirchhain – Wünsdorf-Waldstadt – Flughafen BER – Berlin Ostkreuz – Ostbahnhof – Berlin HBF

Vorteile und Chancen dieser Verbindung

Die Verbindung Chemnitz – Berlin bildet eine der wichtigsten potenziellen Bahnverbindungen für Westsachsen und ist sofort umsetzbar.

  • schnelle Umsetzung möglich
  • Direkte Anbindung an einen Großflughafen für Westsachsen und Südbrandenburg
  • Umsteigebahnhöfe (Berlin HBF, Berlin Ostbahnhof, Flughafen BER, Elsterwerda, Riesa, Chemnitz HBF)
  • hohe wirtschaftliche Bedeutung
  • In Ergänzung mit der IC-Verbindung Rostock – Berlin – Dresden – Chemnitz bildet sich eine stündliche Verbindung nach Berlin und zum Großflughafen BER
  • Chemnitz – Mittweida im 20 Minuten-Takt
Reaktivierung: Chemnitz - Gera - Erfurt (- Göttingen)

Chemnitz – Gera – Erfurt (-Göttingen)

Die Mitte-Deutschland-Verbindung bildete einst eine der wichtigsten Ost/West-Verbindungen Deutschlands. Heute wird diese Verbindung welche von Düsseldorf bis nach Chemnitz führt nur teilweise durchgehend befahren. So verkehren zwischen Göttingen und Gera, Dieseltriebwagen, da es an einer Oberleitung zwischen Erfurt und Gößnitz fehlt. Seit 2012 wird diese Regionalexpress-Verbindung nicht mehr bis Chemnitz bedient und endet damit in Glauchau. Die Fernverkehrszüge auf dieser Verbindung, welche bis nach NRW verkehren, enden in Gera.

Die aktuelle Situation

Aktuell wird die Regionalexpress-Verbindung von Göttingen nach Glauchau im Zweistundentakt bedient. Eingesetzt werden Dieseltriebwagen der Deutschen Bahn.

Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Der RE 1 wird im Zweistundentakt bis nach Chemnitz verlängert. Mit einer Verlängerung der IC-Verbindung Köln – Gera bis nach Chemnitz könnte ein Stundentakt nach Thüringen entstehen. Alternativ zum bestehenden RE 1 wäre eine neue Regionalexpresslinie denkbar. Diese könnte im Zweistundentakt Chemnitz mit Erfurt verbinden. Verdichtet werden diese Verbindungen zwischen Gera und Chemnitz, durch eine Regionalverbindung im Stundentakt.

Streckenverlauf

Chemnitz HBF – Glauchau – Meerane – Gößnitz -Schmölln – Ronneburg – Gera Süd – Gera HBF – Hermsdorf-Klosterlausnitz – Stadtroda – Jena-Göschwitz – Jena West – Weimar – Erfurt HBF – Neudietendorf – Gotha – Bad Langensalza – Mühlhausen (Thür) – Leinefelde – Heilbad Heiligenstadt – Göttingen HBF
(Neue RE-Verbindung)

Vorteile und Chancen dieser Verbindung

Die Verbindung Chemnitz – Erfurt – (Göttingen) erweitert die bereits vorhandenen Verbindungen und erschließt neue Fahrgastpotenziale. Die Region Westsachsen würde so an den ICE-Knoten Erfurt und an wichtige Wirtschaftsregionen wie Gera, Jena und Erfurt anbinden. Im Zuge der Modernisierung und Elektrifizierung bildet sich mittelfristig die Umstellung auf Elektrotriebwagen und eine Taktverdichtung zwischen Chemnitz und Gera auf 30 min.

  • schnelle Umsetzung möglich
  • Anbindung an den ICE-Knoten Erfurt
  • Umsteigebahnhöfe ( Chemnitz HBF Gera HBF, Jena-Göschwitz, Erfurt HBF, Göttingen HBF)
  • hohe wirtschaftliche Bedeutung für Ost-Thüringen und West-Sachsen
  • In Ergänzung mit der IC-Verbindung Göttingen – Erfurt – Gera – Chemnitz bildet sich eine stündliche Verbindung nach Thüringen.

Verdichtung: Chemnitz - Leipzig

Chemnitz – Leipzig

Die dynamische Sachsenmetropole Leipzig gilt als eine der schnellst wachsenden Städte in Deutschland und gewinnt auch an wirtschaftlicher Bedeutung. Neben der Verbindung Dresden – Leipzig und Chemnitz – Dresden gilt die Strecke Chemnitz – Leipzig zu den wichtigsten Regionalbahnverbindungen in Sachsen. Leider wird der derzeitige Ausbauzustand und die angebotenen Verkehrsleitungen im Regionalverkehr dieser Bedeutung kaum gerecht.

Die aktuelle Situation

Derzeit ist die Strecke Chemnitz – Leipzig größtenteils nur Eingleisig ausgebaut und nicht elektrifiziert. Dies ist der Grund für ein nur unzureichendes Verkehrsangebot auf dieser wichtigen Verbindung. Hinzukommen Fehlplanungen bei der erneuten Ausschreibung der Verkehrsleistungen. Die bewusst gering gehaltenen Anforderungen sowie die kurze Laufzeit, hatten zur Folge, dass veraltetes und unzuverlässiges Fahrmaterial zum Einsatz kommt. Eine Fehlentwicklung welche sich an den Fahrgastzahlen wiederspiegelt.

Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Der RE 6 zwischen Chemnitz und Leipzig soll ab 2023 durch batterieelektrische Züge betrieben werden – so sehen es die Planungen des VMS vor. Mit der mittelfristigen Verdichtung der Verkehrsleistung auf einen Halbstundentakt sollte auch die Erweiterung des Nachtverkehrs – mindestens im Stundentakt – in Betracht gezogen werden.

Streckenverlauf

Chemnitz HBF – Burgstädt – Narsdorf – Geithain – Bad Lausick – Leipzig HBF

Vorteile und Chancen dieser Verbindung

Zwei sächsische  Metropolen rücken näher zusammen. Für Chemnitz und Westsachsen bedeutet das eine bessere Anbindung an Leipzig, eine bedeutende Vernetzung innerhalb Sachsens und die mögliche Teilhabe an der positiven Entwicklung von Leipzig. Besonders für Berufspendler und Studenten ist ein durchgehendes Verkehrsangebot im Halbstundentakt entscheidend.

  • Umsetzung ab 2023 geplant
  • Anbindung an den ICE-Knoten Leipzig
  • Umsteigebahnhöfe ( Chemnitz HBF, Leipzig HBF)
  • besonders für Pendler geeignet
  • Halbstundentakt mittelfristig geplant
  • Nachtverkehr im Stundentakt
Verlängerung: Chemnitz - Leipzig - Flughafen Leipzig/Halle

Chemnitz – Leipzig – Flughafen Leipzig/Halle

Die Stadt Zwickau ist bereits mit der S-Bahn Mitteldeutschland (S5 / SX5) direkt an den Flughafen Leipzig/Halle angebunden. Eine solche Anbindung fehlt jedoch ebenfalls für Chemnitz – welche derzeit von keinen Flughafen direkt per Bahn angebunden ist. Für die 1,53 Millionen Einwohner zählende Region Westsachsen ist eine bessere Anbindung an die internationalen Flughäfen Dresden und Leipzig dringend erforderlich. Der Flughafen Leipzig/Halle bietet aufgrund seines guten Angebots und der schnellen Erreichbarkeit eine gute Basis für eine bessere Anbindung an weitere internationale Luftfahrdrehkreuze. Entscheidend für den Erfolg dieser Bahnverbindung ist eine angemessene Taktung, sowie eine an die Flugzeiten angepasste Fahrplangestaltung.

Die aktuelle Situation

Derzeit ist die Region Westsachsen nur mit den Linien S5 und SX5 der S-Bahn Mitteldeutschland ab Zwickau HBF an einen Internationalen Flughafen angebunden. Eine attraktive Flughafenanbindung für Westsachsen findet in Politik und Gesellschaft aktuell keine Bedeutung. Für die Wirtschaft und den Tourismus, könnte eine bessere Flughafenanbindung Richtung Leipzig, Berlin und Dresden jedoch eine besondere Rolle spielen.

Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Aufgrund dessen das der RE 6 zwischen Chemnitz und Leipzig zukünftig durch moderne batterieelektrische Züge betrieben wird und eine Verdichtung der Verkehrsleistung auf einen Halbstundentakt geplant ist, sollte zumindest eine stündliche Verlängerung bis zum Flughafen Leipzig/Halle eingerichtet werden.

Streckenverlauf

Chemnitz HBF – Burgstädt – Narsdorf – Geithain – Bad Lausick – Leipzig HBF – Flughafen Leipzig/Halle

Vorteile und Chancen dieser Verbindung

Die Region Westsachsen verfügt über bedeutende international vernetzte Unternehmen, eine der internationalsten Universitäten in Deutschland und mit den Erzgebirge ein Weltkulturerbe – alles gute Gründe für eine angemessene Bahnanbindung an den Flughafen Leipzig/Halle.

  • Umsetzung ab 2023 durch neue batterieelektrische Züge möglich
  • Anbindung an den ICE-Knoten Leipzig
  • Umsteigebahnhöfe ( Chemnitz HBF, Leipzig HBF)
  • besonders für Pendler geeignet
  • mindestens ein Stundentakt
  • zusätzliche Flughafenanbindung für Westsachsen
  • Stärkung des Flughafens Leipzig/Halle
Verlängerung: Dresden - Chemnitz - Nürnberg

Dresden – Chemnitz – Nürnberg

Eine schnelle Verbindung in die Franken-Metropole Nürnberg mit gleichzeitiger Anbindung an den Fernverkehrsknoten Nürnberg Richtung Süd-Deutschland spielt für die zahlreich aus Sachsen kommenden Berufspendler eine besondere Rolle. Die Regionalverbindung RE 3 (Dresden – Chemnitz – Nürnberg) ist für die Region Westsachsen jedoch keine komplett neue Verbindung. Vor einigen Jahren wurde diese bis Nürnberg durchgehende Verbindung, aufgrund fehlender Oberleitung in Richtung Nürnberg ab Hof HBF getrennt.

Die aktuelle Situation

Jüngst wurde die Strecke Dresden – Chemnitz – Hof komplett elektrifiziert und ausgebaut. Leider lässt die geplante Elektrifizierung zwischen Hof HBF und Nürnberg HBF noch auf sich warten, weshalb in Hof ein Umsteigen erforderlich ist.

Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Eine schnelle Elektrifizierung der Strecke zwischen Nürnberg und Hof ist eher unwahrscheinlich, weshalb mittelfristig kreative Lösungen gesucht werden müssen. Die Umsteigeverbindung in Hof ist für viele Fahrgäste dabei eine der ungünstigsten Varianten.

Streckenverlauf

Dresden HBF -Tharandt – Freiberg – Flöha – Chemnitz HBF – Hohenstein-Ernstthal -Glauchau – Zwickau HBF – Reichenbach (Vogtl.) – Plauen – Feilitzsch – Hof HBF (aktuell Endstation) – Marktredwitz – Kirchenlaibach – Pegnitz – Neuhaus (Pegnitz) -Nürnberg HBF

Vorteile und Chancen dieser Verbindung

Eine Anbindung an den Fernverkehrsknoten Nürnberg und somit eine bessere Verbindung nach Süddeutschland spielt für die zahlreichen Berufspendler in Sachsen eine entscheidende Rolle. Zudem zählt diese Verbindung in Form der Sachsen-Franken-Magistrale als eine der wichtigsten Ost-West-Bahnverbindungen in Deutschland und Europa.

  • Umsetzung durch neue batterieelektrische Züge möglich
  • Anbindung an den ICE-Knoten Dresden HBF und Nürnberg
  • Umsteigebahnhöfe ( Dresden HBF, Chemnitz HBF, Zwickau HBF, Plauen, Hof HBF, Marktredwitz und Nürnberg HBF)
  • besonders für Pendler von Bedeutung.
  • mindestens Stundentakt
  • Anbindung an Wirtschaftsraum Süddeutschland
Verlängerung: Chemnitz - Annaberg - Chomutov

Chemnitz – Annaberg – Chomutov

Eine grenzüberschreitende Bahnverbindung für das Erzgebirge. Die für den Tourismus bedeutende Bahnverbindung quer durchs Erzgebirge soll dauerhaft bis nach Chomutov verlängert werden. Dort besteht Anschluss an den tschechischen Bahnverkehr. Diese Verbindung ist weniger für Berufspendler geeignet, dafür umso mehr für Tagesausflügler, Bahnliebhaber und Gäste beider Länder. Grade Region Erzgebirge als Weltkulturerbe und die Stadt Chemnitz als mögliche Europäische Kulturhauptstadt sollte das schon weit fortgeschrittene zusammenwachsen beider Länder fördern.

Die aktuelle Situation

Die Verbindung Chemnitz – Annaberg-Buchholz wird derzeit bis Cranzahl betrieben. In Cranzahl besteht Anschluss an die Fichtelbergbahn nach Oberwiesenthal sowie vereinzelt an die Regionalbahn nach Chomutov.

Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Auch wenn viele die touristische Bedeutung dieser Verbindung unterschätzen, sprechen die Fakten eine andere Sprache. Eine dauerhafte stündliche Verbindung nach Chomutov kann den regionalen Tourismus mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang dieser Strecke fördern und eine neue Reichweite verschaffen.

Streckenverlauf

Chemnitz HBF – Niederwiesa – Flöha-Plaue – Flöha – Augustusburg – Hennersdorf – Witzschdorf – Waldkirchen – Zschopau Ost – Zschopau – Wilischthal – Scharfenstein – Warmbad – Wolkenstein – Thermalbad Wiesenbad – Wiesa (Erzgeb.) – Annaberg-Buchholz unt. Bf – Annaberg-Buchholz Mitte – Annaberg-Buchholz Süd – Sehma – Cranzahl – Bärenstein (Annaberg) – Vejprty (CZ) – Chomutov (CZ)

Vorteile und Chancen dieser Verbindung

Touristisch bietet diese Verbindung durch die vielen anliegenden Sehenswürdigkeiten und Kurbäder ein großes Potenzial. Es ist dabei wichtig diese in Sehma endende Strecke als Verbindung nach Chomutov und somit als Anbindung an das tschechische Fernbahnnetz zu etablieren.

  • Umsetzung sofort möglich
  • Anbindung an die Bahnknoten Chemnitz HBF und Chomutov
  • Umsteigebahnhöfe (Chemnitz HBF, Flöha, Cranzahl, Chomutov)
  • Anbindung an die Fichtelbergbahn (Cranzahl)
  • hohe Bedeutung für den Tourismus
  • mehrere Kurorte und Sehenswürdigkeiten direkt entlang der Strecke
  • mindestens Stundentakt
  • Grenzüberschreitende Anbindung nach Tschechien
Reaktivierung: Chemnitz - Rochlitz

Chemnitz – Narsdorf – Rochlitz

Eine gute Bahnanbindung gehört für jede Region zur Daseinsvorsorge. So auch für die Stadt Rochlitz welche seit 2001 als ehemaliger Bahnknoten, komplett vom Bahnverkehr abgekoppelt wurde. Somit bildet die Stadt Rochlitz und die Region einen „Weißen-Fleck“ in der Bahnlandschaft in Sachsen dar.

Die aktuelle Situation

Rochlitz und die umliegenden Gemeinden sind nur durch Busverbindungen direkt an die nächstgrößeren Städte Chemnitz und Leipzig direkt angebunden. Die Verbindung zwischen Narsdorf (mit Anschluss an den RE 6 Chemnitz – Leipzig) wurde 2001 stillgelegt, die Infrastruktur besteht aber zu größten Teilen. Eine Reaktivierung dieser Verbindung wird aktuell geprüft.

Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Die Verbindung Chemnitz – Narsdorf – Rochlitz soll einerseits die ländliche Region um Rochlitz besser an die Großstadt Chemnitz anbinden, dies ist besonders für Berufspendler, Schülerverkehr und Ausflugsfahrten von großer Bedeutung. Andererseits soll diese Verbindung als Initialzündung für die Reaktivierung des Bahnknoten Rochlitz und der Muldentalbahn nach Glauchau und Grimma darstellen.Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass ein gutes Bahnangebot selbst in dünn besiedelten Regionen eine gute Nachfrage schafft.

Streckenverlauf

Chemnitz HBF – Chemnitz Küchwald – Chemnitz Borna – Wittgensdorf Mitte – Wittgensdorf ob Bf – Burgstädt – Narsdorf – Breitenborn – Köttwitzsch – Rochlitz

Vorteile und Chancen dieser Verbindung

Ein gutes Regionalbahnnetz benötigt eine flächendeckende Anbindung, schnelle und effiziente Querverbindungen und eine abgestimmte Taktung. Diese Chance bietet die Verbindung Chemnitz – Narsdorf – Rochlitz und kann als eine Initialzündung für einen zukünftigen Bahnknoten Rochlitz dienen.

  • alter Streckenverlauf noch vorhanden
  • Anbindung an die Bahnknoten Chemnitz HBF
  • Umsteigebahnhöfe (Chemnitz HBF)
  • hohe Bedeutung für den Tourismus
  • Reaktivierung der Muldentalbahn (Vorbild: Erzgebirgsbahn)
  • weitere Querverbindung zwischen Glauchau und Grimma möglich
  • Anbindung des ländlichen Raums an Mittel- und Ober-Zentren
  • mindestens Stundentakt
Reaktivierung: Chemnitz - Marienberg

Chemnitz – Pockau-Lengefeld – Marienberg

Das Mittelzentrum Marienberg wurde 2013 vom Bahnverkehr komplett abgehängt. Eine Fehlentscheidung – zumal die Strecke 2002 komplett saniert wurde. Die Kreisstadt Marienberg mit Ihren 17.000 Einwohnern zählt mittlerweile zu dem direkten Bestandteil des Weltkulturerbe Erzgebirge. Eine Anbindung an das Oberzentrum Chemnitz ist somit nicht nur wirtschaftlich sondern auch touristisch angemessen.

Die aktuelle Situation

Aktuell betreibt die Erzgebirgsbahn die Strecke Chemnitz – Pockau-Lengefeld – Olbernhau-Grünthal. Der Abzweig Pockau-Lengefeld – Marienberg wird nur gelegentlich durch Güterverkehr befahren. Eine Reaktivierung ist aus technischer Sicht sofort umsetzbar.

Zielnetz „Regio-Westsachsen“

Das Mittelzentrum Marienberg soll durch eine stündliche Verbindung an Chemnitz angebunden werden. Dabei könnten die aus Chemnitz kommenden Triebwagen in Doppeltraktion bis Pockau-Lengefeld verkehren und dort getrennt werden. Der erste Zugteil könnte die Fahrt nach Olbernhau-Grünthal zur Weiterfahrt antreten, der zweite Zugteil zur Weiterfahrt nach Marienberg. Alternativ wäre auch ein Halbstundentakt zwischen Pockau-Lengefeld und Chemnitz denkbar.

Streckenverlauf

Chemnitz HBF – Chemnitz Hilbersdorf – Niederwiesa – Flöha – Falkenau – Hetzdorf – Hohenfichte – Leubsdorf – Grünhainichen-Borstendorf – Floßmühle – Reifland-Wünschendorf – Pockau-Lengefeld – Strobelmühle – Zöblitz-Pobershau – Marienberg

Vorteile und Chancen dieser Verbindung

Die Anbindung eines Mittelzentrum und einer großen Kreisstadt ist Bestandteil der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum. Zudem liegen besonders an dieser Strecke mehrere Stätten der Weltkulturerbe Region Erzgebirge. Reaktivierung der großen Kreisstadt Marienberg sollte schnellstmöglich erfolgen – die Infrastruktur gibt es her!

  • Strecke wird durch Güterverkehr befahren
  • Anbindung an die Bahnknoten Chemnitz HBF
  • Umsteigebahnhöfe (Chemnitz HBF)
  • hohe Bedeutung für den Tourismus
  • Weltkulturerbestätten werden angebunden
  • Anbindung des ländlichen Raums an Mittel- und Ober-Zentren
  • mindestens Stundentakt

Die Region im Halbstundentakt – Erzgebirgsbahn der Zukunft

 

Das Chemnitzer Modell gilt als Vorzeigeprojekt wenn es darum geht das Umland mit den Oberzentrum Chemnitz zu verknüpfen. Es ermöglicht eine umsteigefreie Verbindung zwischen zahlreichen Gemeinden und der Chemnitzer Innenstadt. Die Grenzen und Barrieren zwischen Stadt und Land verschwinden, da das Chemnitzer Modell auch ein Bestandteil des Städtischen Nahverkehrs in Chemnitz ist und somit die Stadtbahn direkt in die benachbarten Regionen bringt.

Trotz aller Vorteile gibt es leider auch entscheidende Schwachstellen, so wird die Anzahl der Haltestellen erhöht was die Bahn für viele leichter zugänglich macht, aber die Reisezeit erhöht. Hinzukommt der unattraktive Stundentakt welcher auf vielen Verbindungen schon vor den Chemnitzer Modell angeboten wurde. Für viele Bürger der Region ändert sich dadurch nur das Fahrmaterial und der entfallene Umstieg im Hauptbahnhof Chemnitz. Ein weiterer fader Beigeschmack kommt bei den Blick in die Zukunft, so sind drei der vier Stecken der Erzgebirgsbahn von der Einbindung in das Chemnitzer Modell betroffen. Nach derzeitigen Planungen bedeutet dies – die Erzgebirgsbahn wird diese Strecken zukünftig in jetziger Form nicht mehr betreiben.

Mit den Pilotprojekt – 30 Minuten-Takt für die Region möchten wir eine auf eine Ergänzung des Chemnitzer Modells hinwirken. Unser Ziel ist es, auf einigen Verbindungen den mit vielen Zwischenhalten geplanten Stundentakt des Chemnitzer Modells durch schnellere Express-Verbindungen – mit Halt an größeren Ortschaften und Bahnhöfen – zu ergänzen. So würde für die Region ein Halbstundentakt mit schnellen Verbindungen nach Chemnitz entstehen.