10.05.2021 | Neues Bahnbündnis für Chemnitz stellt Sofortkonzept vor!

 

Am 10. Mai 2021 stellte sich das neue Bahnbündnis mit dem Namen „Bahninitiative Chemnitz“ der Öffentlichkeit vor und erläuterte das erste von insgesamt drei aufeinander aufbauenden Konzepten für eine Fernbahnanbindung der Stadt und Region Chemnitz. Das präsentierte Sofortkonzept „Fernbahn 21“ legt den Fokus auf zeitnah umsetzbare Maßnahmen.

 

Zu einem der ersten Mitglieder der Bahninitiative Chemnitz (BIC) gehört der Industrieverein Sachsen 1828 e. V., welcher Industrieunternehmen und industrienahe Gesellschaften vertritt. Dieser hebt die Bedeutung für die Wirtschaft der Region hervor: „Die hier angesiedelten Unternehmen sind sowohl national als auch international tätig. Sie beliefern und betreuen Kunden auf der ganzen Welt, weshalb eine schnelle und direkte Anbindung an die Hauptverkehrsknotenpunkte der Bundesrepublik über den Schienenfernverkehr unerlässlich ist“, betont Industrievereins-Präsident, Prof. Dr. Udo Bechtloff. Auch der Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland gehört dem Bündnis an. Markus Haubold, stellvertretender Vorsitzender, begründet das Engagement mit Anforderungen an den Bahnverkehr aus Kundensicht: „Kurze Reisezeiten und umsteigearme überregionale Verbindungen sind für die Fahrgäste wichtige Qualitätsmerkmale eines attraktiven Bahnangebotes. Daher benötigt Chemnitz endlich eine Fernbahnanbindung.“ Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich ist ebenfalls Mitglied der BIC. „Schienenverkehr ist der Verkehr der Zukunft und Chemnitz hat nach wie vor großen Nachholbedarf. Deswegen engagiere ich mich in der Bahninitiative Chemnitz, weil wir nur gemeinsam einen besseren Fernbahnanschluss für Chemnitz erreichen.“, so Heinrich.

 

Das Sofortkonzept „Fernbahn 21“ zeigt detailliert auf, wie die Einbindung der Stadt und Region Chemnitz in das Fernbahnnetz schon kurzfristig deutlich verbessert werden kann. Es folgen noch zwei weitere Konzepte: Ein Konzept „Fernbahn 25“ mit dem Fokus auf die Anbindung von Chemnitz als europäische Kulturhauptstadt und ein Konzept „Fernbahn 30“, welches ein langfristiges Betriebsprogramm nach Abschluss aller derzeit laufenden oder in Planung befindlichen Infrastrukturmaßnahmen berücksichtigt. Der Fokus des Sofortkonzeptes „Fernbahn 21“ liegt dabei auf drei Handlungsfeldern:

Das Handlungsfeld „Ausbau Chemnitz-Leipzig“ fordert für die Sicherstellung eines langfristig attraktiven Betriebsprogramms und eines stabilen Betriebes die dafür notwendigen infrastrukturellen Maßnahmen, wozu insbesondere der weitestgehend zweigleisige Ausbau sowie die komplette Elektrifizierung der Strecke Chemnitz – Geithain – Bad Lausick – Leipzig gehört. „Insbesondere die durchgehende Erweiterung auf zwei Gleise muss in die gerade in der Erstellung befindlichen Finanzierungsvereinbarung aufgenommen werden.“, fordert Sebastian Drechsler, Sprecher der Bahninitiative Chemnitz.

Das Handlungsfeld „Anbindung Chemnitz – Berlin“ fordert umsteigefreie Verbindungen nach Berlin, welche auch den internationalen Flughafen BER erschließen. Hierfür vergleicht die Bahninitiative zahlreiche Varianten. Dabei werden sowohl schnelle Regionalverkehre wie auch mögliche Fernverkehrsverbindungen betrachtet. Wichtig ist dabei die ganztägige Bedienung in einem regelmäßigen Takt. Die BIC priorisiert drei Vorzugsvarianten: Zum einen die Betriebsaufnahme einer vollkommen neuen Regionalverkehrslinie der Gattung RE oder Interregio-Express (IRE) zwischen Chemnitz und Berlin. Mit mindestens 160 km/h schnellen Zügen wäre beispielsweise die Strecke über Falkenberg und Jüterbog – hier wandert der Fokus von einer primären BER-Anbindung auf eine attraktive Verbindung ins Berliner Zentrum – derzeit sogar in 2 ¼ Stunden zurückzulegen. Zum anderen die Verlängerung der bereits heute bestehenden RB 45 über Riesa hinaus bis Berlin. Dies kann über zwei Laufwege erfolgen: Entweder über Elsterwerda – Doberlug-Kirchhain oder über Falkenberg – Jüterbog. „Alle genannten Varianten bieten eine direkte Anbindung an den Flughafen BER und durch eine eigenständige Fahrplantrasse nördlich von Riesa deutliche Reisezeitvorteile.“, fasst Markus Haubold vom Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland die Vorteile zusammen.

Das dritte Handlungsfeld „Anbindung Chemnitz – Erfurt“ fordert die Verlängerung des derzeit zwischen (Göttingen) – Erfurt – Glauchau verkehrenden RE 1 TH bis Chemnitz. Dazu müsste die in der letzten Ausschreibung enthaltene Verlängerungsoption umgesetzt und finanziert werden. Die infrastrukturellen Voraussetzungen sind bereits vorhanden.

Das Sofortkonzept „Fernbahn 21“ sowie weitere Informationen zur BIC sind unter https://bahn-initiative.de/konzepte/fernbahn-21/ verfügbar. Das Sofortkonzept „Fernbahn 21“ kann zudem als PDF-Datei unter https://bahn-initiative.de/wp-content/uploads/2021/05/2021-03-22_Fernbahn_21_Reinschrift.pdf heruntergeladen werden.