Oberbürgermeisterwahl 2020 - Chemnitz

Das Oberzentrum Chemnitz spielt für die Region Westsachsen eine wichtige Rolle als Verkehrsknotenpunkt. Deshalb ist die Entwicklung der Schienenanbindung unserer Stadt für viele hiesigen Wähler von hoher Bedeutung. Wir leben zusammen in einem der größten deutschen Verdichtungsgebiete, das zudem auch zu den wachstumsstärksten Gegenden der Republik gehört. Aus diesem Grund haben wir uns als Bahninitiative Chemnitz und Fahrgastverband PRO BAHN entschieden, eine kurze Kandidatenbefragung durchzuführen.

Folgende Kandidaten wurden befragt:

Frau Patt (CDU) = geantwortet

Herr Oehme (AFD) = keine Antwort

Frau Schaper (DIE LINKE) = geantwortet

Herr Schulze (SPD) = geantwortet

Herr Zschocke (BÜNDNIS 90/Die Grünen) = geantwortet

Herr Vogel (Die PARTEI) = geantwortet

Herr Fassmann = geantwortet

Herr Eberlein (Freie Wähler) = keine Antwort

 

Wir Danken allen Teilnehmern für die erbrachten Antworten.

Benutzen Sie selbst regelmäßig die öffentlichen Verkehrsmittel? Wenn nicht: Was hält Sie (bisher) von der Mitfahrt ab?

Almut Patt (CDU)

„Ich nutze den ÖPNV unregelmäßig. Zum einen haben wir eine Wohnung, die vieles zu Fuß ermöglicht. Zum anderen kann ich viele Aufgaben nur wahrnehmen, wenn ich die Flexibilität des Individualverkehr nutze. „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Für Fahrten in gut angebundene Regionen wie Leipzig, Dresden, Frankfurt etc. nutze ich bevorzugt die Bahn. Den Chemnitzer ÖPNV nutze ich quasi kaum, da im Vorfeld eine Wegrecherche nötig ist und es sich preislich für mich nicht lohnt.“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Ich benutze die öffentlichen Verkehrsmittel zurzeit eher selten, was insbesondere an meinem eng gestrickten
Terminplan und der schlechten Anbindung meiner Wohnung liegt, die sich im Randgebiet der Stadt befindet.
Das Auto ist da leider immer noch praktikabler. Ab und zu fahre ich mit dem Fahrrad.“

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Ich nutze verschiedene Verkehrsmittel. In der Stadt bin ich weitestgehend mit dem Fahrrad unterwegs – aus Bequemlichkeit: Es geht oft schneller, als mit Bus, Bahn oder PKW, die Parkplatzsuche entfällt und ich kann häufig direkt bis ans Ziel radeln und davor mein Bike abstellen.

Ich fahre aber auch Auto, weil ich akzeptieren muss, dass es oftmals gar nicht anders geht – insbesondere wenn ich eine gehbehinderte Familienangehörige begleite oder wenn ich als Abgeordneter zu Abendveranstaltungen in der Region unterwegs bin. Dort sind Hinderungsgründe die Fahrtzeiten, die Taktung und fehlende Angebote für die letzten Wegkilometer. Öffentliche Verkehrsmittel nutze ich für meine Fahrten zwischen den großen Städten.

Ich kombiniere häufig (Straßen-/S-)Bahn & Rad. Ich nutze zudem Leihrad- und Carsharingsysteme.“

Lars Faßmann (Parteilos)

„Nein, ich benutze meist das Rad, weil öffentliche Verkehrsmittel zu langsam sind. Außerhalb von Chemnitz das Auto, weil Geschäftstermine sonst nicht an einem Tag zu schaffen sind und vor allem auf der Strecke nach Leipzig häufig Verspätungen und Ausfälle auftreten.“

Wie sehen Sie das aktuelle Angebot im Städtischen Nahverkehr? Was läuft gut und was nicht?

Almut Patt (CDU)

„Das Chemnitzer Stadtgebiet ist enorm groß. Um das Zentrum attraktiv zu machen, sind die Fahrwege zu lang. Expressverbindungen könnten das ausgleichen. Die Arbeit in unserer Stadt findet nur eingeschränkt zentral statt, sondern KMU- industrietypisch dezentral. Das ist vermutlich schwer abzubilden, zumal noch 40.000 Einpendler mit noch dezentraleren Strukturen dazukommen. Das Rendezvous ist ein guter Ansatz. Der Schülerverkehr kann verschiedentlich nicht durch die bereitgestellten Buskapazitäten aufgenommen werden. Die Ringlinie Grüna-Mittelbach ist gegenüber den konkreten Vorschlägen unflexibel eingesetzt worden. Die Strecke Reichenhainer Straße muss bis zum Sportforum ausgebaut werden. Die Linie über Schönau muss weitergeführt werden. Die Verbesserungen sind vom Fahrgastbeirat, Arbeitsstellen, Bildungs- und Kultureinrichtungen auszuarbeiten und mit Jobticketzusagen zu unterlegen. „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Der Ringbus, die Anbindung des Hauptbahnhofes, die Einbindung des Umlandes durch das Chemnitzer Modell sowie die zukünftige Verlegung der Fernbusse auf die Dresdner Straße sind gute Projekte. Der Abbau der Nutzungshürden durch die Abschaffung von Tickets, damit Schwarzfahren endlichen bezahlbar wird, und die Einbindung des Chemnitzer ÖPNVs in alle üblichen Plattformen, wie z.B. Google-Maps, sind nun nötig um eine ökologische Auslastung zu erzielen“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„In den letzten Jahren haben wir zwar einiges auf den Weg gebracht, um den Nahverkehr attraktiver zu machen. Beispiele hierfür sind die Etablierung der Ringbuslinie, die zeitliche Ausdehnung des 10-Minuten-Takts auf den Hauptlinien am Abend oder die neu dazugekommenen Angebote des Chemnitzer Modells. Auch bewegt sich Chemnitz im Vergleich zu den anderen sächsischen Großstädten auf einem vergleichsweise moderaten Preisniveau, was die Tarife angeht.
Jedoch muss der Nahverkehr noch attraktiver gestaltetet werden. Handlungsbedarf sehe ich insbesondere bei
einer weiteren Ausweitung der engen Taktung am Abend sowie der besseren Anbindung der städtischen Randgebiete sowie des Umlands. Auch der barrierefreie Ausbau von Haltestellen trägt zur Attraktivierung bei.“

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Verglichen mit dem Angebot des ÖPNV anderer deutscher Städte, ist das Chemnitzer Nahverkehrsnetz relativ gut. Allerdings wird es von den Bürgerinnen und Bürgern im Vergleich weniger genutzt – nur 11% der Wege werden mit dem ÖPNV zurückgelegt. Das ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass für die konkrete Wegstrecke das Mobilitätsangebot als unzureichend wahrgenommen wird oder die Preise als zu hoch erachtet werden. Zudem gibt es in Chemnitz eine traditionelle geprägte Fokussierung auf das Auto. Konkret zu verbessern wäre, dass nicht nur die Anbindung zwischen Stadtteilen und Zentrum ausgebaut wird, sondern auch die Stadtteile untereinander besser verbunden werden. Wir brauchen auch kürzere Taktzeiten. Sie sollten auf häufig frequentierten Strecken 10 Minuten, auf anderen Strecken 20 Minuten betragen. Zielsetzung muss außerdem sein, dass potenzielle Fahrgäste in einem vertretbaren Abstand von 300-400 Metern Zugang zu einem Mobilitätsangebot haben. Dazu brauchen wir mehr kleinere Fahrzeuge, die zum Teil auch haltestellenunabhängig eingesetzt werden. Und gerade auch abends und nachts muss ein ÖPNV-Netz ausgebaut werden, das eine attraktive Alternative zum Automobil bietet. „

Lars Faßmann (Parteilos)

„Es gibt keinerlei Auseinandersetzung und Analysen der Bedürfnisse der Autofahrer. Insoweit werden keine neuen Fahrgäste gewonnen. Die bestehenden Fahrgäste scheinen halbwegs zufrieden, wie die Umfragen ergeben, sonst wären sie ja auch keine Fahrgäste.“

Wie sollte der ÖPNV Ihrer Meinung nach künftig in Chemnitz aussehen?

Almut Patt (CDU)

„Das Chemnitzer Stadtgebiet ist enorm groß. Um das Zentrum attraktiv zu machen, sind die Fahrwege zu lang. Expressverbindungen könnten das ausgleichen.
Die Arbeit in unserer Stadt findet nur eingeschränkt zentral statt, sondern KMU- industrietypisch dezentral. Das ist vermutlich schwer abzubilden, zumal noch 40.000 Einpendler mit noch dezentraleren Strukturen dazukommen.
Das Rendezvous ist ein guter Ansatz.
Der Schülerverkehr kann verschiedentlich nicht durch die bereitgestellten Buskapazitäten aufgenommen werden.
Die Ringlinie Grüna-Mittelbach ist gegenüber den konkreten Vorschlägen unflexibel eingesetzt worden.
Die Strecke Reichenhainer Straße muss bis zum Sportforum ausgebaut werden.
Die Linie über Schönau muss weitergeführt werden.
Die Verbesserungen sind vom Fahrgastbeirat, Arbeitsstellen, Bildungs- und Kultureinrichtungen auszuarbeiten und mit Jobticketzusagen zu unterlegen. „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Gratis, mit Oberleitungen für Straßenbahnen und Wasserstoffantrieb für Busse (solche Antriebssysteme werden aktuell in Chemnitz für China entwickelt…).“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Der ÖPNV sollte so gestaltet sein, dass es auch den Menschen in Grüna, Mittelbach, Einsiedel oder Euba
möglich ist, in den späten Abendstunden – verlässlich und in einer vertretbaren, mit der Fahrtzeit mit dem Auto
vergleichbaren Zeit – in die Innenstadt und auch wieder zurück zu gelangen. Nur so wird er zu einer echten
Alternative zum motorisierten Individualverkehr.
Und er muss ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit stehen: Alternative Antriebsarten müssen weiterentwickelt und
dabei die Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz gesucht werden. Es braucht bessere Verknüpfungen zwischen
dem ÖPNV und anderen Verkehrsmitteln: P + R am Rande der Stadt, Leihfahrräder an Haltestellen. „

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Im Straßenbahnnetz und dem Chemnitzer Modell sehe ich künftig das prioritäre MobilitätsRückgrat zwischen Stadtteilen und Umland. An Haltestellen, Bahnhöfen und Verkehrsknoten brauchen wir mehr flexible Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel. Mit intelligent vernetzten Mobilitätssystemen kommen alle schnell, leicht und sicher ans Ziel. Dazu gehören zum Beispiel auch flexible Angebote für die letzten Wegkilometer am Stadtrand – zum Beispiel haltestellenunabhängige Kleinbusse. Dazu gehören Mobilitätsstationen mit verschiedenen Fahrzeugen nach Bedarf: Carsharing, Leihradsysteme, Ladestationen. Mehr Car-Sharing-Plätze im öffentlichen Raum ermöglichen den Bewohner*innen dicht besiedelter Quartiere mehr bequeme Mobilität mit weniger Stellplatzbedarf für einen eigenen PKW und nervender Parkplatzsuche. Ein großes Ziel wäre, alle Mobilitätsangebote (CVAG, VMS, DB, SharingMobility, Taxi etc.) in einer Mobilitäts-App zu verbinden. „

Lars Faßmann (Parteilos)

“ Der ÖPNV muss sich in den nächsten Jahren dringend mit dem Thema selbstfahrende Fahrzeuge auseinandersetzen. Hier mitzuspielen ist die größte Chance – das Thema zu verpassen, das größte Risiko für das Fortbestehen des ÖPNV. Mein Vorstoß zum selbstfahrenden Bus zwischen den Uniteilen Reichenhainer Str. und Erfenschlag scheiterte leider an einer Ampel, wo die Finanzierung des Umbaus scheiterte. „

Im Zusammenhang mit dem Chemnitzer Modell wird auch das innerstädtische Stadtbahnnetz ausgebaut. Besonders
für den Chemnitzer Norden wird es eine bessere Anbindung geben. Welche weiteren Stadtteile dürfen noch mit einer
Stadtbahnanbindung rechnen?

Almut Patt (CDU)

„Das Chemnitzer Stadtgebiet ist enorm groß. Um das Zentrum attraktiv zu machen, sind die Fahrwege zu lang. Expressverbindungen könnten das ausgleichen. Die Arbeit in unserer Stadt findet nur eingeschränkt zentral statt, sondern KMU- industrietypisch dezentral. Das ist vermutlich schwer abzubilden, zumal noch 40.000 Einpendler mit noch dezentraleren Strukturen dazukommen. Das Rendezvous ist ein guter Ansatz. Der Schülerverkehr kann verschiedentlich nicht durch die bereitgestellten Buskapazitäten aufgenommen werden. Die Ringlinie Grüna-Mittelbach ist gegenüber den konkreten Vorschlägen unflexibel eingesetzt worden. Die Strecke Reichenhainer Straße muss bis zum Sportforum ausgebaut werden. Die Linie über Schönau muss weitergeführt werden. Die Verbesserungen sind vom Fahrgastbeirat, Arbeitsstellen, Bildungs- und Kultureinrichtungen auszuarbeiten und mit Jobticketzusagen zu unterlegen. „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Keine. Erstmal wird das Chemnitzer Modell zu Ende gebracht und dann, ich muss verrückt sein, gibt es Freifahrten für alle. Immerhin könnte man dem System nach solch tiefgreifenden Änderungen erstmal etwas Ruhe gönnen, um Faulheit zu ermöglichen, Daten zu sammeln und Optimierungen zu planen.“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Geplant wird jetzt der Anschluss nach Limbach-Oberfrohna, später muss die geplante vormalige Stufe 3 nach
Hilbersdorf und weiter nach Niederwiesa umgesetzt werden.
Es gibt ja schon länger die Überlegung, die Straßenbahnlinie nach Schönau bis nach Reichenbrand zu
verlängern. Dem stehe ich offen gegenüber, weil es Meinung nach die Anbindung der Stadtteile am westlichen
Rand im Vergleich zur jetzigen Situation enorm verbessern würde. „

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Im Fokus muss jetzt stehen, den Ausbau des Chemnitzer Modells wie geplant Stufe für Stufe durchzuführen. Dabei geht es um den Ausbau nach Aue, Cranzahl und Olbernhau, LimbachOberfrohna und Oelsnitz. Denkbar wären darüber hinaus Machbarkeitsstudien für einen Straßenbahnanbindung des Kaßbergs und Altendorf oder die Verlängerung der Verbindung von Schönau bis Reichenbrand.“

Lars Faßmann (Parteilos)

„Der Kaßberg und der Sonnenberg als bevölkerungsreichste Stadtteile wären sinnvollerweise auszubauen“

Im Vergleich zu anderen Städten ist Chemnitz eine sehr autoorientierte Stadt. Sollten die Angebote des ÖPNV mehr ins Bewusstsein der Chemnitzer rücken und wenn ja, wie?

Almut Patt (CDU)

„ÖPNV ist nicht ideologisch, aber neben der Nachfrage auch angebotsorientiert zu entwickeln.
Ins Bewusstsein gelangt immer ein gutes, verläßliches Angebot. „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Es soll Menschen gegeben haben, die durch billiges Brot zur Kleintierhaltung animiert wurden, da kann die radikalen Ticketabschaffung nur zu interessanten Geschichten führen!“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Der ÖPNV muss durch sein gutes Preis-Leistungsverhältnis und Angebot überzeugen, dann rückt er auch stärker in das Bewusstsein der Chemnitzer*innen. Ich denke, wenn er durch die bereits angesprochenen Maßnahmen gestärkt und zu einer echten Alternative zum Auto für alle Chemnitzer*innen wird, lässt auch die Autoorientierung der Stadt nach. Mit unterstützenden Maßnahmen wie einem Sozialticket für den ÖPNV, der besseren Anbindung touristischer Ziele und Erreichbarkeit von Freizeitangeboten (z. B. Stausee Rabenstein) wird er den Chemnitzer*innen mehr präsent sein. „

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Auf der einen Seit e geht es um die Bedeutung, die das Auto für die Chemnitzerinnen und Chemnitzer hat. Hier verändert sich im Moment viel. Gerade junge Leute legen gar nicht mehr so großen Wert auf Autobesitz. V ielmehr wollen sie Mobilität in einem urbanen Lebensgefühl ganz intuitiv nutzen können. Um dies zum Erfolg zu führen, muss der öffentliche Nahverkehr aber tatsächlich einen Ersatz bieten – das heißt wie schon angesprochen eine effiziente Linienführung, eine gute Taktung, eine zeitliche Abdeckung auch von Randzeiten so wie ein angemessenes Preis – Leistungsverhältnis. Wichtig finde ich auch, weniger die Verkehrsmittel sondern mehr die Mobilität bzw. das Mobilitätsmanagement in den Mittelpunkt zu stellen. Mobilität bedeutet Bewegung. Fahrzeuge sollten nicht überwiegend „St ehzeuge“ sein. In einigen Stadtteilen ist nur begrenzt Platz für „Stehzeuge“ – egal ob mit fossilem oder elektrischem Antrieb. Das wird ja zum Beispiel seit 2 ​ Jahren auf dem Kaßberg deutlich. Mein Ziel ist deshalb, nicht einseitig den Individualverkehr zu be vorzugen, sondern den öffentlichen Nahverkehr ebenso wie Rad – und Fußverkehr zu fördern. „

Lars Faßmann (Parteilos)

„Indem man zum Beispiel mal die freien Flächen auf Bussen und Bahnen für eine attraktive Werbung nutzt und endlich eine Einbindung in Google Maps schafft. Gegen diese Ignoranz von Naheliegendem kämpfe ich schon seit Jahren.“

Welche Bedeutung hat nach Ihrer Meinung ein attraktives Tarifsystem im ÖPNV und wie sollte es aussehen?
Unterstützen Sie die Einführung eines 365-Euro-Tickets?

Almut Patt (CDU)

„Eine günstige Flatrate kann neue Kunden attrahieren. Die Mischung von Viel- und Bequemlichkeits-/ Wenigfahrern begründet neben den bestehenden Zuschüssen eine hoffentlich ausreichende Wirtschaftlichkeit.
Das Auto wird als eine Art Flatrate wahrgenommen, man hat es ja ohnehin und muss nur ab und zu mal tanken. Das ist zwar verkürzt gedacht, aber der Flatrate-Gedanke ist beim ÖPNV wenig verbreitet, obwohl es die Abos ja gibt. Ich rede nicht von Substitution, sondern von Komplementärfunktionen und würde hierzu gerne von Ihnen über Studien und Beispiele gelungener (nicht erpresster) Nutzungsverhaltensveränderungen hören. „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Ein 365-Euro-Ticket ist für mich wie eine halbe Pizza: Besser als nichts, aber nicht genug.“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Die Einführung eines 365-Euro-Tickets wurde maßgeblich aufgrund einer Initiative der Fraktion DIE LINKE im Chemnitzer Stadtrat debattiert, wie schon zuvor die Einführung eines Sozialtickets. Deshalb unterstütze ich dessen Einführung selbstverständlich. Mobilität darf nicht vom Geldbeutel abhängen, sondern ist Daseinsvorsorge, die für Alle vorhanden und erschwinglich sein muss. Am besten würde das natürlich über einen kosten- und fahrscheinlosen ÖPNV funktionieren. Das 365-Euro-Ticket sehe ich als einen Zwischenschritt dahin“

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„In erster Linie müssen Anbindungen und Vertaktung attraktiver werden, vor allem ins Umland. Wichtig wäre ein sachsenweites 365-Euro-Jahresticket. Dafür müssen die Finanzströme im Rahmen einer ÖPNV-Finanzreform neu geordnet werden. Das Ticket sollte in einen landesweiten Sachsentarif eingeordnet sein – in einem einheitlichen System ohne Ticketstress mit komplizierten Verbundgrenzen und Tarifzonen. „

Lars Faßmann (Parteilos)

„ÖPNV wird durch Takt, Linien und Geschwindigkeit attraktiv. Für ein attraktives Produkt zahlt man auch einen Preis, während ein schlechtes Produkt auch niemand kostenlos haben will. „

Wie bewerten Sie die aktuelle Bahnanbindung von Chemnitz?

Almut Patt (CDU)

„Unzureichend. Es fehlen Sprintverbindungen nach L (30-40 Minuten, 40-50 bis Flughafen) ) und B (2 Stunden). „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Ich denke, die Bahnanbindung als unzureichend zu bewerten, ist eine ausreichende Bewertung.“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Sie wird der Stadt, immerhin die drittgrößte Sachsens und Ostdeutschlands (mit Ausnahme Berlins), in keinster
Weise gerecht.“

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Bahnfahrende werden in Chemnitz benachteiligt wie in kaum einer anderen Region. Seit Ende 2006 ist Chemnitz und die gesamte Region Südwestsachsen vom Fernverkehr der Deutschen Bahn AG abgeschnitten. Die drittgrößte Stadt Ostdeutschlands verfügt über keine direkte Fernverkehrsanbindung. In Deutschland gibt es keine vergleichbare Wirtschaftsregion mit einer so schlechten Bahnanbindung. „

Lars Faßmann (Parteilos)

„Die Geschwindigkeit der Anbindung der anderen sächsischen Großstädte ist mangelhaft, ebenso die Zuverlässigkeit nach Leipzig. Das Umland ist in der Fläche kaum noch per ÖPNV erreichbar. Deshalb geben die Leute viel Geld für Autos aus. „

Derzeit sind mehrere Fernverkehrsverbindungen nach Chemnitz in Planung, viele davon leider erst in ferner Zukunft.
Wie möchten Sie die Bahnanbindung von Chemnitz kurzfristig (in den nächsten 5 Jahren) verbessern und wie werden Sie zu einer schnelleren Verbesserung der Situation beitragen?

 

Almut Patt (CDU)

„Unterscheiden müssen wir bitte die zu schaffenden technischen Voraussetzungen von den Städteverbindungen/Linienführungen.
Erstere sind in Planung, diese gilt es drängelnd zu begleiten.
Letztere sind auch politisch motivierbar, was sowohl strategisch bei der Vergabe von Fahraufträgen zu berücksichtigen ist als auch konsequent über alle Stakeholder zu verfolgen ist. Wer nur wartet und nur gelegentlich mal ruft, wird kaum vom Füllhorn überschüttet. „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Die Verbindungen nach Dresden, Leipzig, Hof und Erfurt sind in meinen Augen die essenziellen für Chemnitz. Diese Strecken sind aktuell nicht hinreichend ausgebaut, um Fernverkehrszüge zu rechtfertigen. Aber wie sich an dem einzig positiven Beispiel dieser Auszählung, der Verbindung Dresden-Chemnitz, zeigt, bringen Regionalexpressverbindungen eine immense Zeitersparnis bei gleichbleibenden Fahrtkosten. Daher möchte ich als kurzfristige Lösung sowohl auf die Anbindung mit Regionalexpresszügen als auch auf eine gute Einbindung in die Fahrpläne hinwirken.“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Meiner Meinung nach darf sich nicht auf die Strecke Chemnitz-Leipzig, die erst sehr langfristig ausgebaut sein wird, allein fokussiert werden. Weitere gute Verbindungen können mit Erweiterungen im Regionalverkehr erreicht werden. Es gibt einige Alternativen, die deutlich kurzfristiger zu einer Verbesserung der Fernverkehrsanbindung führen würden. Ich denke da z.B. an die Wiederbelebung des durchgängig Regionalexpresses von Göttingen nach Chemnitz oder noch besser der dringende Lückenschluss auf dieser Trasse zwischen Glauchau und Gößnitz, um den IC Düsseldorf-Erfurt-Chemnitz-Dresden Wirklichkeit werden zu lassen. Damit wäre eine schnelle Anbindung an den ICE-Knoten Erfurt gegeben, die viel schneller und billiger realisierbar ist, als der Ausbau ChemnitzLeipzig. Eine weitere Alternative wäre die Anbindung von Chemnitz an die IC-Strecke Dresden-Rostock über Berlin. Wichtig für das Gelingen dieser Anliegen ist, dass sich große Bündnisse aus Vertreter*innen aller demokratischen Parteien bilden, die auf allen Ebenen unseres politischen Systems Druck im Sinne der Sache erzeugen. Hier möchte ich als Oberbürgermeisterin eine vermittelnde und zusammenführende Rolle im Sinne der Stadt einnehmen. 3 Ein*e Oberbürgermeister*in von Chemnitz hat aber an entscheidenden Stellen auch ganz persönlich Einfluss auf die Entwicklung des Regional- und Fernverkehrs. Ich denke hier an den Zweckverband des VMS, in dem die VMS-Geschäftsführung aktuell gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeiter*innen der umliegenden Kreise sehr einsame und nicht demokratisch rückgekoppelte Entscheidungen trifft. In der Vergangenheit war das z.B. eben die Kappung der letzten überregionalen Schienenverbindung (RE Chemnitz – Göttingen) oder die Verdrängung der DB aus dem Regionalverkehr, was folglich natürlich Auswirkungen darauf hat, wie intensiv die Bahn die Fernbahnanbindung von Chemnitz vorantreibt. Hier würde ich als Oberbürgermeisterin anders agieren und wichtige Entscheidungen aus dem VMS dem Stadtrat vorlegen „

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Seit Dezember 2018 verkehren täglich InterCity-Fernverkehrszüge aus dem Rheinland über die Mitte-Deutschland-Verbindung bis ins ostthüringische Gera. Damit kommen alle Städte entlang der thüringischen Städtekette wieder in den Genuss von Direktverbindungen ins Ruhrgebiet und Rheinland. Noch fehlt der Fahrdraht auf der Mitte-Deutschland-Verbindung östlich von Weimar, darum müssen die IC ab Erfurt noch mit Diesel-Loks fahren. Ich will, dass diese Doppelstock-IC nicht in Gera enden, sondern weiter nach Sachsen fahren. So könnte eine umsteigefreie Verbindung zwischen Ostthüringen und Südwestsachsen geschaffen und auf diese Weise Chemnitz an den Fernverkehr angebunden werden. Eine Verlängerung des IC von Gera nach Chemnitz ist auch ohne zusätzliche Investitionen und mit überschaubaren laufenden Kosten möglich. Die Verbindung Chemnitz-Riesa-Elsterwerda ist bereits elektrifiziert und zweigleisig. In Koppelung mit der IC-Linie Dresden-Berlin (-Rostock) wäre auch hier eine Fernbahnanbindung möglich. Ich unterstütze und befördere die Entwicklung der seit Jahren bestehenden Fernverkehrsinitiative Chemnitz zu einem noch wirksameren Bündnis, um den Druck auf die Entscheidungsträger bei Land, Bund und Bahn zu erhöhen. Ziel muss sein, mit einer starken Stimme und einer breiten Öffentlichkeit im Rücken die dringenden Chemnitzer Forderungen zur Fernbahnanbindung zu begründen. Es braucht Handlungsdruck, einerseits um die Mittelbereitstellung für die geplanten Maßnahmen abzusichern, andererseits um Planung und Projektumsetzung der offenen Maßnahmen zu beschleunigen.“

Lars Faßmann (Parteilos)

„Planungen mit Horizont von mehr als zehn Jahren taugen nichts. Nach Leipzig muss vernünftiges Zugmaterial bestellt werden. An der derzeitigen Situation sind wir durch die schlechte Ausschreibung und schlechtes Vertragsmanagement selbst schuld.

Chemnitz hat mit der Bahnstrecke Chemnitz – Elsterwerda – Berlin, eine elektrifizierte und zweigleisige Verbindung
nach Berlin. Welche Bedeutung wird diese Verbindung für Westsachsen in Zukunft haben?

Almut Patt (CDU)

„Die Attraktivität der Verbindung für den südwestsächsischen Raum kenne ich nicht.
Ein ausreichendes Pendlertum von C nach B bezweifle ich angesichts unserer Wirtschaftsstruktur im Abgleich zu Berlin.
Als Umsteigebahnhof ist B uninteressant.
Das Vorhalten einer Morgen/Mittag/Abend/Nachtverbindung wäre ein erster Versuch.
Nach Anlaufen von BER sind Bedarfe zu prüfen und eine Angebotshaltung abzugleichen, wobei Passagierzahlen und Flugdestinationen der Flughäfen DD, L, München und Prag abzugleichen sind.
Für die KHS2025 wird das vermutlich die Lösung sein, weil dann Start und Ziel ohne Halt ausreichend sind.

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Die Verbindung wird hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, wenn wir uns nicht gleichzeitig der Aufgabe bewusstwerden, dass Vogtland und das Erzgebirge besser an Chemnitz anzuschließen. Die Wiederinbetriebnahme alter Strecken und den Einsatz autonomer Triebwagen sehe ich dabei als wichtige Puzzleteile.“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Wenn es nach mir geht, eine sehr große. Ebenso wie die oben genannten Strecken, wäre dies eine kurzfristiger
gangbare Alternative zur Fernverkehrsanbindung über Leipzig, die unbedingt geprüft und, wenn möglich,
verwirklicht werden muss

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Eine Verbindung Chemnitz – Elsterwerde – Berlin wäre gerade auch langfristig für Westsachsen
eine wesentliche Fernverkehrsanbindung. Die Wirtschaftsregion Westsachsen gewinnt durch
eine schnelle und direkte Anbindung nach Berlin an Attraktivität für Investor*innen wie
Pendler*innen. Für die Kulturhauptstadt Chemnitz bedeutet es bessere Erreichbarkeit und eine
Stärkung des Tourismus. Aber gerade auch für die Lebensqualität in einer urbanen Großstadt ist
ein leistungsfähiger Fernverkehr und gerade auch eine Anbindung in die Hauptstadt ein
wichtiges Element. Es steigert die Attraktivität für Chemnitzer*innen und Chemnitzer ebenso
wie für junge Menschen, die überlegen, wo sie sich niederlassen.

Lars Faßmann (Parteilos)

„Falls auf der Strecke Züge fahren, die in Chemnitz und Westsachsen halten, würde der Strecke eine große Bedeutung zukommen. Nur darüber reden hilft nicht.

Über diese Verbindung ist ebenfalls eine direkte Anbindung an den Internationalen Flughafen BER möglich. Wie
bewerten Sie eine stündliche Anbindung an einen Großflughafen für Chemnitz?

Almut Patt (CDU)

„Die Attraktivität der Verbindung für den südwestsächsischen Raum kenne ich nicht.
Ein ausreichendes Pendlertum von C nach B bezweifle ich angesichts unserer Wirtschaftsstruktur im Abgleich zu Berlin.
Als Umsteigebahnhof ist B uninteressant.
Das Vorhalten einer Morgen/Mittag/Abend/Nachtverbindung wäre ein erster Versuch.
Nach Anlaufen von BER sind Bedarfe zu prüfen und eine Angebotshaltung abzugleichen, wobei Passagierzahlen und Flugdestinationen der Flughäfen DD, L, München und Prag abzugleichen sind.
Für die KHS2025 wird das vermutlich die Lösung sein, weil dann Start und Ziel ohne Halt ausreichend sind.

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Aufgrund einer innewohnenden Liebe zur Faulheit, ist mir klar, dass Arbeit gut gemacht werden muss, wenn man Ruhe haben möchte. Folglich ist ein Fernverkehrsanschluss von Chemnitz nach Berlin und Anschluss des BER sinnlose Arbeitsbeschaffung.“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Das ist ein zusätzlicher Punkt, der für diese Strecke als alternative Fernverkehrsanbindung spricht. Eine solche
Option würde die Mobilität der Chemnitzer*innen stark verbessern und würde auch Vorteile für die Wirtschaft
im Allgemeinen und den Tourismus im Besonderen mit sich bringen, v.a. hinsichtlich der
Kulturhauptstadtbewerbung 2025.

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Für mich steht im Zentrum, dass die Fernbahnanbindung ausgebaut wird. Natürlich ist eine
Anbindung an einen Großflughafen auch ein großer Mehrwert für die Menschen, die von dort
fliegen wollen.

Lars Faßmann (Parteilos)

„Aus Sicht der Stadt gut, allerdings müssen wir auch mit dafür sorgen, dass die Züge ausgelastet sind. Die Bahn wird sich wirtschaftlich nicht auf halbvolle Züge einlassen „

Die Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig soll nach derzeitigen Planungen nur teilweise Zweigleisig ausgebaut werden. Für
einen stabilen, dichten und zuverlässigen Bahnverkehr ist jedoch der komplette zweigleisige Ausbau dieser Strecke
notwendig. Beispielhaft sind in dem Zusammenhang die vergleichbaren Strecken von Chemnitz nach Riesa, Dresden
und Plauen zu nennen, bei denen selbstverständlich niemand die bestehende durchgängige Doppelgleisigkeit auch nur
in Frage stellt. Was ist Ihr Standpunkt dazu und wie möchten Sie die Infrastrukturplananpassung als
Oberbürgermeisterin/ Oberbürgermeister unterstützen?

Almut Patt (CDU)

„Das sehe ich auch so. Und wir sollten uns nicht weiter beleidigt geben, sondern hartnäckig dranbleiben. So wie Hartmann. „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Kennen Sie diese Platten akuten, bei denen das zweite Heizungsrohr gespart wurde und daher jedes jazum Stichtag die Heizung auf volllast geht? Jedenfalls erachte ich selbst solche ungeeigneten Ansätze für besser als nur an Teilen ein zweites Gleis dazu zu flickschustern. „

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Natürlich ist es aus Chemnitzer Perspektive mehr als unbefriedigend, dass der Streckenausbau nicht
durchgehend doppelgleisig erfolgt. Dennoch befürchte ich, dass aufgrund des Fortschritts des
Planungsverfahrens eine Änderung so einfach nicht möglich sein wird. Wenn überhaupt dann als konzertierte,
parteiübergreifende Aktion aller demokratischer Akteur*innen aus Chemnitz, wie schon bei Frage 7 dargestellt. „

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Die derzeitigen Planungen sind ein deutlicher Fortschritt, den ich begrüße. Die Strecke wird
größtenteils zweigleisig ausgebaut. Beispiele zeigen, dass moderne Schienen- und Schaltwerke
den Verkehr über eingleisige Teilstrecken erfolgreich aussteuern können. In den weiteren
Planungen ist trotzdem noch einmal zu prüfen, ob Einschränkungen für Fern-, Nah- und
Güterverkehr entstehen. Bei Bedarf ist hier nachzubessern.“

Lars Faßmann (Parteilos)

“ Es gibt mittlerweile auch Alternativen zur Elektrifizierung. Wenn die Bahn nicht wesentlich schneller fährt, dann wird Sie in Zukunft den Wettlauf mit selbstfahrenden Fahrzeugen verlieren und die ausgebauten Bahnstrecken werden zu Investitionsruinen. Wir müssen also über Geschwindigkeit reden, Elektrifizierung gehört dazu.“

Die Stadt Chemnitz möchte mit der Bewerbung um den Titel ‚Kulturhauptstadt Europas‘ als europäische Großstadt
wahrgenommen werden. Welche internationalen Bahnverbindungen können Sie sich für
Chemnitz dauerhaft vorstellen?

Almut Patt (CDU)

„Internationale Anbindung würden mich mit einer Mitte-Deutschland-Verbindung aus dem polnischen Raum über DD, C, EF, KS, PB, D, K, Benelux freuen. Dort gibt es genügend Umstieg in die europäischen TEN-Achsen, die zumeist Nord-Süd verlaufen und an die wir ansonsten über die Hubs B und L angebunden sind. Die Querspange für die TEN MUSS über C gehen 😎, was wir im Schulterschluss mit den betroffenen Städten und Ländern erarbeiten und festigen wollen. „

Paul Vogel (Die PARTEI)

„Chemnitz-Bayern sowie die Zigarettenlinie Chemnitz-Tschechien.“

Susanne Schaper (DIE LINKE)

„Über Dresden könnte ich mir eine dauerhafte Anbindung von Chemnitz an die Strecke Prag-Brünn-Wien-Graz
vorstellen. Auch eine dauerhafte Verbindung nach Comutov wäre für viele Chemnitzer*innen und die Region
interessant.
Und – visionär gedacht – ein „Kulturhauptstadtexpress“, der 2025 die beiden Kulturhauptstadtregionen
miteinander verbindet.“

Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen)

„Mit einer funktionierenden Fernverkehrsanbindung innerhalb Deutschlands sind auch von Chemnitz internationale Bahnverbindungen gut erreichbar. Für uns besonders relevant ist aber die Anbindung nach Tschechien. Eine Anbindung nach Prag ist hier ebenso wichtig wie der deutsch-tschechische Regionalverkehr. „

Lars Faßmann (Parteilos)

“ Das Träumen an internationale Anbindung ist in der derzeitigen Situation völliger Unfug. Ich erwarte eine vernünftige und schnelle Anbindung an Dresden und Leipzig. Dann kommen die Leute ohne Peinlichkeiten auch hierher und wieder weg. „

Antwort von Sven Schulze (SPD)

Fernbahn

„Eine der größten Baustellen ist die fehlende Fernbahnanbindung an Chemnitz. Der Ausbau der Leipziger Strecke ist zwar beschlossen, aber die Dauer stellt mich nicht zufrieden. Dass eine kurzfristige Verbesserung möglich wäre, hat der Sonderzug des Herzschlag e. V.über Elsterwerda nach Berlin im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung gezeigt. Mit einer Fahrzeit von knapp über zwei Stunden, bietet diese Verbindung zumindest solange eine Alternative, bis der Anschluss nach Leipzig fertiggestellt ist. Deshalb werde ich mich dafür einsetzen, dass diese Möglichkeit zeitnah genutzt werden kann. „

Stadtverkehr

„Die zweite große Baustelle ist für mich der Ausbau des Chemnitzer Modells mit dem schnellen Anschluss des Chemnitzer Nordens bis nach Limbach. Ich sehe darin großes Potenzial. Für mich hat allgemein die Qualitätsverbesserung und der Ausbau des Netzes Vorrang vor einem sehr preisgünstigen oder gar kostenlosen Nahverkehr. Denn auch kostenlose Tickets nützen nichts, wenn man mit Bus oder Bahn nicht bequem und zügig von A nach B kommt. Was die CVAG betrifft, sehe ich dieses städtische Unternehmen übrigens auch in einer Vorreiterrolle bei der Nutzung alternativer Antriebskonzepte wie der Brennstoffzellen-Technik. Diesen Ansatz möchte ich gern gemeinsam mit der TU und weiteren Partnern verfolgen, damit Chemnitz nicht nur bei Qualität und Service sondern auch beim Einsatz erneuerbarer Energien im ÖPNV die Nase vorn hat.“